Die Sandburgbau-Meisterschaft [Vorlesegeschichte für Pflegekräfte]

VORLESEGESCHICHTEN FÜR PFLEGEKRÄFTE

12/2/20259 min read

Liebe Pflegekräfte,

diese fröhliche Geschichte über einen Strandtag mit unerwarteter Sandburg-Konkurrenz dauert etwa 10-12 Minuten im Vorlesen. Sie ist heiter, humorvoll und voller Urlaubsstimmung – perfekt für Bewohner, die sich gerne an Meer, Strand und Sommerurlaube erinnern.

Worum geht es? Der pensionierte Ingenieur Günther plant einen ruhigen Tag im Strandkorb mit seiner Zeitung. Doch eine Familie mit Kindern baut direkt vor ihm eine Sandburg – und plötzlich ist Günther mittendrin statt nur dabei. Es entwickelt sich ein fröhlicher Wettkampf mit seinem Nachbarn, und am Ende wird aus dem geplanten Ruhetag der schönste Tag seit langem. Die Geschichte zeigt: Manchmal sind die ungeplanten Momente die wertvollsten.

Hinweise zum Vorlesen:

  • Die Geschichte beginnt ruhig (Günther im Strandkorb) und wird dann immer lebendiger – lassen Sie diese Entwicklung spürbar werden

  • Die [Handlungsanweisungen] helfen Ihnen, zwischen anfänglicher Ruhe, wachsender Begeisterung und warmherzigem Ende zu wechseln

  • Der Wettkampf darf mit Augenzwinkern und Humor gelesen werden – es ist ein freundlicher, nicht verbissener Wettstreit

  • Das Ende ist bedeutsam (Vergänglichkeit der Sandburg) – hier ruhiger und nachdenklicher werden

Warum diese Geschichte? Viele Ihrer Bewohner haben Urlaube am Meer verbracht – an der Ostsee, Nordsee, an Seen oder Flussstränden. Die Erinnerungen an Strandkörbe, Sand zwischen den Zehen, das Rauschen der Wellen und vor allem an Familienurlaube mit Kindern oder Enkeln sind oft noch sehr lebendig. Diese Geschichte weckt diese sonnigen, heiteren Erinnerungen und zeigt gleichzeitig: Man ist nie zu alt, um im Sand zu spielen und Spaß zu haben!

Nach dem Vorlesen: Die Fragen laden zu fröhlichen, oft nostalgischen Erzählungen ein. Stranderinnerungen sind besonders: Sie sind oft mit Urlaubsstimmung, Sonne, Freiheit und schönen Familienmomenten verbunden. Viele Bewohner werden gerne von ihren Lieblingsstränden, von Urlauben mit der Familie oder von eigenen Sandburg-Abenteuern mit Kindern oder Enkeln erzählen. Lassen Sie viel Raum für diese sonnigen Geschichten!

Besonders geeignet für:

  • Bewohner, die früher am Meer Urlaub gemacht haben

  • Menschen, die gerne von Urlaubserinnerungen erzählen

  • Gesellige Gruppen von 4-8 Personen

  • Sommertage oder regnerische Tage, an denen man sich nach Sonne sehnt!

Perfekte Jahreszeit: Diese Geschichte ist ideal für die Sommerzeit (Juni-August), funktioniert aber auch wunderbar im Winter als "Aufheller" und Erinnerung an warme Tage. An grauen Novembertagen kann eine Strandgeschichte wie ein kleiner Urlaub wirken!

Zusatz-Tipp für mehr Atmosphäre:

  • Wenn möglich, kombinieren Sie die Geschichte mit Muscheln zum Anfassen

  • Eine kleine Schale mit Sand (Spielsand) spricht die Sinne an

  • Urlaubsfotos von Stränden verstärken die Erinnerungen

  • An warmen Tagen können Sie die Geschichte auch draußen im Garten vorlesen

  • Passende Musik im Hintergrund: leises Meeresrauschen (gibt's als App oder CD)

Besonderer Hinweis: Diese Geschichte ist bewusst leicht und fröhlich gehalten – perfekt für Tage, an denen alle etwas Aufheiterndes brauchen. Die Botschaft über Vergänglichkeit (die Flut schwemmt die Burgen weg) ist sanft verpackt und kann, muss aber nicht vertieft werden – je nachdem, wie die Gruppe gestimmt ist.

Tipp für die Gesprächsführung: Stranderinnerungen können sehr unterschiedlich sein – manche Bewohner waren oft am Meer, andere selten. Öffnen Sie die Fragen auch für Seen, Freibäder oder andere Sommer-Urlaubsorte, damit sich alle einbringen können!

Viel Freude beim Vorlesen – und lassen Sie sich von der Urlaubsstimmung mitreißen!

[Heiter und beschreibend beginnen, fast wie eine Urlaubserinnerung]

Es war der erste richtig heiße Tag des Jahres, und Ostsee-Rentner Günther saß in seinem Strandkorb Nummer 47 und las die Zeitung. So wie jeden Morgen seit seiner Pensionierung vor drei Jahren.

Strandkorb 47 war der beste Platz am ganzen Strand. Nicht zu nah am Wasser, nicht zu weit weg. Perfekte Sicht auf alles. Und vor allem: seit dreißig Jahren der SEINE.

„Guten Morgen, Günther!", rief die Strandkorbvermieterin Gisela. „Schöner Tag heute!"

„Wie immer", brummte Günther zufrieden und schlug die Zeitung auf.

Das Leben war gut. Ruhig. Geordnet. Vorhersehbar.

[Mit leichter Irritation]

Dann hörte er Kinderlachen. Viel Kinderlachen. Sehr viel Kinderlachen.

Günther schaute über den Rand seiner Zeitung. Direkt vor seinem Strandkorb – in SEINEM Sichtfeld – hatte sich eine ganze Familie niedergelassen. Mutter, Vater, Oma, zwei Kinder und... waren das Drillinge? Nein, Zwillinge und ein Baby.

Und sie hatten Schaufeln dabei. Sehr große Schaufeln.

„Oh nein", murmelte Günther. „Sandburg-Bauer."

[Mit wachsendem Humor]

Die Kinder begannen sofort zu graben. Und zu schaufeln. Und Sand herumzuschleudern. Ein bisschen Sand landete auf Günthers Zeitung.

„Entschuldigung!", rief die Mutter herüber. „Leo! Mia! Passt auf, wo ihr den Sand hinwerft!"

Günther versuchte weiterzulesen. Aber es war schwierig. Die Kinder waren laut. Sehr laut. Sie kreischten, lachten und riefen durcheinander.

„Das wird die größte Burg der Welt!", verkündete Leo.

„Mit hundert Türmen!", fügte Mia hinzu.

„Und einem Graben!", rief die Oma begeistert. Sie war offenbar genauso enthusiastisch wie die Kinder.

Günther seufzte. Seine Ruhe war dahin.

[Etwas lebhafter, mit Interesse trotz Widerstand]

Nach einer halben Stunde schaute Günther – trotz sich selbst – über seine Zeitung. Die Sandburg war... beeindruckend. Schon jetzt. Türme, Mauern, sogar der Anfang eines Grabens war zu sehen.

„Nicht schlecht", murmelte er unwillkürlich.

Die Oma hörte ihn. „Finden Sie? Wir geben uns Mühe!"

„Die Mauer ist aber schief", sagte Günther, bevor er sich bremsen konnte.

„Schief?", fragte die Oma und betrachtete ihr Werk kritisch. „Ach, tatsächlich. Wie würden Sie das machen?"

Günther zögerte. Eigentlich wollte er seine Zeitung lesen. Andererseits... die Mauer WAR schief.

„Na ja", sagte er und erhob sich aus seinem Strandkorb. „Man muss den Sand erst richtig festklopfen. So."

Er kniete sich hin und zeigte es ihnen.

[Mit zunehmendem Eifer]

Zehn Minuten später war Günther voll dabei. Die Zeitung lag vergessen im Strandkorb. Er kniete im Sand und befestigte Mauern.

„Und hier brauchen wir einen Stützpfeiler!", erklärte er den Kindern. „Sonst stürzt das alles ein!"

„Woher wissen Sie das?", fragte Leo bewundernd.

„Ich war Ingenieur", sagte Günther stolz. „Brückenbau. Wenn einer weiß, wie man was baut, dann ich."

Die Oma lachte. „Dann haben wir ja den richtigen Experten gefunden!"

In den nächsten zwei Stunden wuchs die Sandburg zu einem wahren Meisterwerk. Günther hatte das Kommando übernommen – natürlich nur, weil er helfen wollte. Die Kinder folgten seinen Anweisungen begeistert. Die Oma bewies sich als talentierte Verzierungskünstlerin. Sogar die Eltern halfen mit.

[Mit Dramatik und Humor]

„Das ist die schönste Sandburg, die ich je gesehen habe!", verkündete Mia.

„Die schönste am GANZEN Strand!", fügte Leo hinzu.

„Moment mal", sagte eine Stimme hinter ihnen.

Günther drehte sich um. Da stand Herr Petersen. Strandkorb 52. Sein Erzrivale beim morgendlichen Schachspiel am Strandcafé.

„Schöne Burg habt ihr da", sagte Petersen. „Aber nicht die schönste."

„Ach nein?", fragte Günther herausfordernd.

„Nein. MEINE Burg ist schöner." Petersen deutete auf einen Punkt zwanzig Meter weiter. Dort hatte er – unbemerkt von Günther – mit SEINER Familie eine Sandburg gebaut. Und sie war... beeindruckend.

„Das ist ja wohl ein Witz", murmelte Günther.

„Ein Wettkampf!", rief Leo begeistert. „Sandburg gegen Sandburg!"

[Lebhaft und mit Wettkampfgeist]

Was folgte, war die spontanste Sandburg-Meisterschaft, die der Strand je gesehen hatte.

Günthers Team gegen Petersens Team. Die anderen Strandbesucher versammelten sich als Zuschauer. Gisela, die Strandkorbvermieterin, ernannte sich zur Schiedsrichterin.

„Ihr habt noch eine Stunde!", verkündete sie. „Dann wird bewertet!"

Es wurde ernst. Günther organisierte seine Truppe wie eine Baustelle. „Leo, du bist für die Wasserbeschaffung zuständig! Mia, du machst die Türme! Oma Helga, Sie sind die Künstlerin!"

Auf der anderen Seite tat Petersen dasselbe.

Die Spannung war greifbar. Sand flog. Schaufeln schaufelten. Eimer wurden geschleppt.

Ein kleiner Junge aus dem Publikum rief: „Team Günther!"

Ein Mädchen konterte: „Team Petersen!"

Plötzlich hatten beide Teams Fans.

[Mit Wärme und Gemeinschaftsgefühl]

Nach einer Stunde waren beide Burgen fertig. Günthers Burg war technisch perfekt – mit stabilen Mauern, präzisen Türmen und einem ausgeklügelten Grabensystem. Petersens Burg war künstlerisch beeindruckend – mit Verzierungen, Flaggen aus Seegras und einem Thronsaal.

Gisela begutachtete beide Werke sorgfältig. Die Spannung war kaum auszuhalten.

„Das ist schwierig", sagte sie schließlich. „Beide Burgen sind wunderbar. Aber ich kann keinen Gewinner küren."

„Wie bitte?", riefen Günther und Petersen gleichzeitig.

„Es ist unentschieden!", verkündete Gisela. „Team Günther gewinnt für technische Perfektion. Team Petersen für künstlerische Gestaltung. Aber wisst ihr was? Ihr solltet zusammenarbeiten statt gegeneinander!"

[Nachdenklich]

Günther und Petersen schauten sich an. Dann auf ihre Burgen. Dann wieder einander an.

„Sie haben eine gute Grabentechnik", gab Petersen widerwillig zu.

„Ihre Verzierungen sind... nicht schlecht", räumte Günther ein.

„Nächstes Mal gemeinsam?", fragte Petersen.

Günther überlegte. Dann streckte er seine Hand aus. „Nächstes Mal gemeinsam."

Die Zuschauer applaudierten.

[Mit Freude]

Am Nachmittag saßen beide Familien zusammen und teilten Kaffee und Kuchen. Die Kinder spielten zusammen im Wasser. Die Erwachsenen erzählten Geschichten.

„Wissen Sie", sagte Günther zu Petersens Frau, „ich habe den ganzen Morgen geplant, in Ruhe meine Zeitung zu lesen."

„Und?", fragte sie.

„Ich habe keine einzige Zeile gelesen. Und es war der beste Vormittag seit Monaten."

Die Oma der anderen Familie – Helga – lachte. „Manchmal ist der beste Plan, keinen Plan zu haben."

„Oder der Plan wird von Kindern und Sand durcheinandergebracht", fügte Günther hinzu. „Aber das ist auch gut."

[Mit einer kleinen Lebensweisheit]

Gegen Abend, als die Familien ihre Sachen packten, schaute Günther noch einmal auf die Sandburgen. Die Flut würde sie bald holen. In ein paar Stunden würden sie verschwunden sein.

„Schade, oder?", sagte Leo. „Die ganze Arbeit – und dann ist sie weg."

„Aber die Erinnerung bleibt", sagte Günther und legte dem Jungen die Hand auf die Schulter. „Und das ist das Wichtigste. Nicht was wir bauen, sondern mit wem wir es bauen."

Leo dachte darüber nach. Dann nickte er. „Kommen Sie morgen wieder?"

„Vielleicht", sagte Günther. „Wahrscheinlich. Eigentlich... definitiv."

[Warmherzig zum Abschluss]

Am nächsten Morgen kam Günther wieder zum Strand. Strandkorb 47. Aber diesmal hatte er seine Zeitung zu Hause gelassen.

Die Familie war schon da. Und diesmal hatte sich auch Petersen mit seiner Familie dazugesetzt.

„Heute bauen wir ein Schloss!", verkündete Leo.

„Mit Zugbrücke!", fügte Mia hinzu.

„Und einem Burgfried", sagte Günther. Er wusste nicht genau, was ein Burgfried war, aber es klang beeindruckend.

„Dann los!", rief Petersen.

Und während sie im Sand knieten und buddelten – ein pensionierter Ingenieur, ein ehemaliger Lehrer, zwei Omas, vier Kinder und einige Eltern – dachte Günther: Das ist Urlaub. Nicht im Strandkorb sitzen und die Zeitung lesen. Sondern mit anderen etwas erschaffen. Auch wenn es nur aus Sand ist.

[Ruhig und mit einem Lächeln ausklingen]

Gisela schaute von ihrer Vermietstation aus zu und lächelte. „Schön, wenn Menschen zusammenfinden", sagte sie zu ihrem Mann.

„Besonders, wenn Sand der Grund ist", antwortete er.

„Nicht der Sand", korrigierte Gisela. „Die Bereitschaft, sich die Hände schmutzig zu machen. Zusammen."

Die Sonne schien. Das Meer rauschte. Und am Strand entstanden Sandburgen, Freundschaften und Erinnerungen.

Manchmal, dachte Günther, während er einen besonders prächtigen Turm baute, braucht man nur ein bisschen Sand, ein paar Kinder und die Bereitschaft, den eigenen Plan über Bord zu werfen.

Dann wird aus einem gewöhnlichen Tag ein außergewöhnlicher.

Fragen zum Gespräch und zur Vertiefung

[Diese Fragen ruhig und interessiert stellen, Zeit für Antworten lassen]

Über eigene Stranderlebnisse:

  • Waren Sie früher oft am Meer oder an einem See mit Strand?

  • Welcher Strand oder welcher Badeort war Ihr Lieblingsziel?

  • Wie war es damals am Strand – anders als heute?

Über Urlaub und Sommer:

  • Wie haben Sie Ihre Sommerurlaube verbracht?

  • Gab es einen besonderen Urlaub, an den Sie sich besonders gerne erinnern?

  • Was haben Sie am Strand am liebsten gemacht?

Über Sandburgen und Spiele:

  • Haben Sie als Kind oder mit Ihren Kindern Sandburgen gebaut?

  • Was haben Sie am Strand gespielt?

  • Gab es auch bei Ihnen so "Wettkämpfe" – wer die schönste Burg baut?

Über Begegnungen im Urlaub:

  • Haben Sie im Urlaub schon mal nette Menschen kennengelernt?

  • Gab es Urlaubsbekanntschaften, die länger hielten?

  • Was macht Urlaub besonders – der Ort oder die Menschen?

Vertiefende Fragen:

  • Günther plant einen ruhigen Tag, aber es kommt anders. Kennen Sie das – dass die ungeplanten Momente die schönsten waren?

  • Am Ende sagt Günther: "Nicht was wir bauen, sondern mit wem wir es bauen." Was bedeutet das für Sie?

  • Sind Sie eher jemand, der im Urlaub Ruhe sucht, oder mögen Sie Trubel und Gesellschaft?

  • Was bedeutet "Urlaub" für Sie – Erholung oder Erlebnis?

  • Wenn Sie heute noch einmal ans Meer fahren könnten – wohin würde es gehen?

Zusatzfragen für tiefere Gespräche:

  • Die Sandburgen werden von der Flut weggeschwemmt. Stört Sie das, wenn etwas nicht dauerhaft ist?

  • Was nehmen Sie aus Urlauben mit – Souvenirs oder Erinnerungen?

  • Günther und Petersen werden von Rivalen zu Freunden. Gab es in Ihrem Leben auch so eine Wandlung?

[Tipp für den Vorleser: Strandgeschichten wecken oft sehr sonnige, heitere Erinnerungen! Viele Bewohner erinnern sich gerne an Urlaubszeiten – die Ostsee, die Nordsee, oder auch Seen und Flussbäder. Die Erinnerungen an Sand zwischen den Zehen, das Rauschen der Wellen, den Geruch von Sonnencreme und Salzwasser sind oft noch sehr präsent. Diese Geschichte gibt Anlass für fröhliche Erzählungen über Familienurlaube, Strandkörbe, Buddelburgen und die schönen, leichten Seiten des Lebens. Lassen Sie viel Raum für diese sonnigen Erinnerungen – sie bringen oft ein Lächeln in die Gesichter!]

Besonderer Hinweis: Diese Geschichte eignet sich besonders gut für die Sommerzeit und kann wunderbar mit Urlaubsfotos, Muscheln zum Anfassen oder sogar einer kleinen Schale mit Sand kombiniert werden – das verstärkt die sinnlichen Erinnerungen!